Eine gegen alle

Ich leide nach wie vor unter Zeitmangel, was eigenes zu schreiben. Und inzwischen hat sich so viel Zeug angesammelt, dass ich schon gar nicht mehr wüsste, wo ich anfangen soll.

Freundlicherweise hilft da die Konrad-Adenauer-Stiftung mit einem Länderbericht aus, der so ziemlich alle Themen aufgreift, die geneigte Leser dieses Blogs auch hier schon gelesen haben. Nur eben geballt und ziemlich aktuell. Ob Daniel Scioli (der Gouverneur der Provinz Buenos Aires) nun Präsidentschaftskandidat für 2015 wird, was das Grundmotiv des Artikels ist, halte ich dabei aktuell für ziemlich nebensächlich. Interessanter ist, dass  Königin Cristina es sich wirklich auch mit bislang engen Gefolgsleuten verscherzt. Daher lesenswert: „Eine gegen alle – Kirchner verwirrt mit ihrer Politik auch Parteifreunde“. (PDF-Version)

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10 Antworten zu Eine gegen alle

  1. antje schreibt:

    danke für den artikel, er ist wirklich lesenswert und ziemlich starker tobak, aber das sind wir ja schon gewohnt!
    wo läßt du deine zeit? ich schick dir ein bißchen rüber, in cordoba hat man viiiiiiel zeit 😉
    liebe grüße

    • llamadojorge schreibt:

      Moin Antje, bin gerade die Remote-Sommerurlaubsvertretung diverser Ex-Kollegen, deshalb hab ich keine Zeit. Den starken Tobak find ich so überraschend nicht. Von der KAS – bekannt konservativ – hätte ich auch keine Lobeshymnen auf die – vorgeblich progressive – Politik einer Königin Cristina und ihrer Kleptokraten-Clique erwartet. Wobei ich mich ebenfalls der Grundanalyse im Artikel anschließe, obwohl ich mich nicht von Hause aus als konservativ einordnen würde.
      Aber hier kann einen ein falsches Wort ja schon zum Anti-Kirchnerista oder gar Golpista machen und in die Nähe der Militärdiktatoren von 1976 rücken. Sagt ein Freund in Bariloche neulich im Kollegenkreis: „Habt ihr mitgekriegt, was in Once passiert ist?“ (zur Info für die Nicht-Eingeweihten: böses Zugunglück mit über 50 Toten am Bahnhof Once in Buenos Aires aufgrund der Vernachlässigung von Zug und Gleisen). Antwort eines Kollegen: „Ah, nein, mit Anti-Kirchneristas red ich nicht.“ Sprach’s und verließ den Raum.

  2. antje schreibt:

    ups…., das ist aber wirklich schlimm! soviel ich weiß, sind keine nachbesserungen gemacht worden. die porteños können einem echt leid tun! nicht nur wegen once.

  3. Vallartina schreibt:

    Scheint ja einiges an gespaltenen Lagern zu geben! Hoffe, Deine Kollegen beenden bald ihren Urlaub und Du findest wieder etwas mehr Zeit!
    Beste Grüsse!

  4. Marcel Senn schreibt:

    Hallo Helge, bin neulich wieder einen Schritt näher gekommen, um das System K zu begreifen als ich diesen Artikel im Spon gelesen habe.
    Für Griechenland wird’s wegen dem € nicht klappen, aber für die Königin mit $A und dem Keynes Doktoranden Alex ist das wahrscheinlich DAS Wirtschaftsprogramm. Die Leitzinsen immer schön unter der Inflation halten, Kapitalkontrollen und sonst noch ein paar Schikanen wie Pesifizierung, Importsperren etc. Das könnte sogar noch klappen, denn die Gläubiger verlieren (wie meist mit Argentinien) ihr Geld über Entwertung. Darum ist sie auch so erpicht, die USD Schulden loszuwerden, damit sie schalten und walten kann wie sie will und die Inflation wird von der Regierung fast totgeschwiegen.
    Hast gehört, die Zentralbankpräsidentin wurde neulich zur schlechtesten der Welt gekürt:-) ist ja auch nicht verwunderlich

  5. llamadojorge schreibt:

    Hallo Marcel, ja, klingt in der Tat sehr vertraut, was damals in Großbritannien lief. Interessanter Artikel. Ich wage nur zu bezweifeln, dass das heute immer noch funktioniert, auch wenn die Präsidentinnen-Clique das zu glauben scheint. Auf irgendeinem Weg werden die Argentinier ihr Geld ins Ausland schaffen. Und daran, dass die Politkaste hier ihre US-Dollar pesifiziert hat – zum offiziellen Umtauschkurs von 4,65 – glaub ich nicht eine Minute.

  6. Marcel Senn schreibt:

    Aber sie ziehen das System ziemlich konsequent durch. Jetzt noch die Kontrolle mit den Kreditkartenbezügen im Ausland und den 15% Steueranzahlung – da hat die AFIP volle Kontrolle was konsumiert und ins Land gebracht wird. Muss mal schauen, wie das mit Marina geht, da sie ja im Ausland wohnt und keine Steuererklärung abgibt – bei der nächsten Einreisen könnte sie dann von der AFIP befragt werden….ist langsam wie in George Orwells 1984 – hat vor 2 Jahren mit den Pass-und Cedula Büros angefangen und ist jetzt beim Plastikgeld angelangt. Hier in Uruguay verfolgt man die Entwicklung mit Angst und Bange…wie sollen sich die Masse der Argentinier noch Appartments für die Temporada in Punta mieten können für x tausend USD (gut die ganz Reichen haben die Kohle schon längst ausser Landes gebracht und können sich das noch leisten – so rund 400 Mrd sollen es sein).
    Von dem her könnte diese argentinische Variante des Spätkeynsianismus eventuell sogar noch funktionieren. Globalen Missernten „sei dank“ kommen auch noch genug Soya- und Maisdollars ins Land, die Aussenverschuldung nimmt weiter ab, die Wirtschaft bleibt dank Schwundgeld doch noch am laufen, die Verschuldung ist im Prinzip ja tief mit rund 40% des BIP und solange es Lohnerhöhungen von 25% gibt, stört es die Empfänger nicht (gut es bekommen wahrscheinlich bei weitem nicht alle 25%)…
    Der teuflische Plan der Königin und ihrem Gehülfen Kicillof trifft wahrscheinlich den Mittelstand am meisten, die ganz Reichen haben die Kohle schon ausser Landes gebracht….wer weiss, vielleicht steht Argentinien in 4-5 Jahren als Siegernation da, wenn Europa und Amiland ihre Schuldenkrisen nicht in den Griff kriegen. Die EU wagt sich ja auch schon zaghaft ans argentinische Modell heran mit Leitzinsen von 0.75% und Inflation von 2.4%…und deutsche Steuerflüchtlinge werden ja an der schweizer Grenze auch ab und zu auf grössere Bargeldbestände kontrolliert,können nur noch max um die €15’000 Cash auf ihren schweizer Bankkonten abheben und der Rest wird von frustrierten schweizer Bankangestellten an Borjans mittels Schwarzgeld-CD’s verkauft…das ist ja auch schon fast sowas wie Devisenrestriktionen (in Italien ist noch schlimmer mit dem Steuersupercomputer und kein Geschäft über 1000€ darf mehr in bar getätigt werden (gilt auch Ratenkäufe über 1000€)) …Fortsetzung folgt…Gruss übern Fluss

    • llamadojorge schreibt:

      Tja, ich sprach ja schon vor einiger Zeit von der Steuer-Stasi, die sich ankündigte, als die Regierung anfing, Geheimdienstleute zur Steuerfahndung abzukommandieren. Jorge Fontevecchia, Chefredakteur von Perfil, nannte die hiesige Steuerbehörde AFIP neulich „Gestafip“ (in Anlehnung an die Gestapo) und zählte gleich eine Reihe von Fällen auf, in denen Regierungskritiker am nächsten Tag Besuch von der Steuerfahndung bekamen – in der klaren Absicht, Kritik zu unterbinden, nicht Steuern einzutreiben. Bin gespannt, wann sie bei mir auftauchen.

  7. Marcel Senn schreibt:

    Gestafip ist keine schlechte Bezeichnung, jetzt sollen auch noch alle Reisenden mit Reise-Dollaranträgen und Steuererträgen abgeglichen werden — nimmt langsam beängstigende Züge an…hoffe hast Deine Steuererklärung abgegeben, sonst kommst vielleicht nicht mal aus dem Land raus 🙂 gut als Ausländer gehts vielleicht noch eher, aber Dein Blog könnte ja auch als subversiv eingestuft werden…..noch drei Jahre und ein Monat bis zu den nächsten Wahlen :-(( Was meinst Du, hält Ihr das noch durch oder plant ihr schon die Rückkehr???

  8. Pingback: Volksaufstand gegen die Königin | Me llaman Jorge

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