Tabaré Vazquez zieht in den Krieg

Vor fast vier Jahren hab ich schon mal über den „Zoff wegen Zellstoff“ geschrieben, in dem es um ein neues, riesiges Zellstoffwerk am Río Uruguay ging. Ich schrieb: „Seit einigen Jahren jedoch gibt es Streit wegen der Ansiedlung von zwei Zellstofffabriken am Rio Uruguay, auf der östlichen Seite, also in Uruguay. Die Situation ist inzwischen so verfahren, dass scherzhaft bereits von einem bevorstehenden Krieg zwischen beiden Ländern die Rede ist.“

Offenbar war das so scherzhaft nicht, wie jetzt der uruguayische Ex-Präsident in einem Interview freimütig zugab. Er habe als Präsident schließlich alle Optionen durchspielen müssen, auch einen bewaffneten Konflikt mit Argentinien. Seine Generäle hätten ihm aber gesagt, sie hätte nur fünf Kampf-Flugzeuge und Treibstoff für maximal 24 Stunden. Deshalb habe er sich mit einem Beistandsersuchen an die USA gewandt.

Das Ganze ist insofern verwunderlich, als von argentinischer Seite lediglich ziviler Ungehorsam von Anwohnern des Flusses in Form der Besetzung einer Brücke über den Fluss geübt wurde, um den Transport von Material zur Baustelle des Werks zu erschweren. Die argentinische Regierung hat sich lange weitgehend rausgehalten (auch weil in Argentinien etliche, zwar weit kleinere, aber mindestens so dreckige Zellstoffwerke stehen, deren Abwässer genauso in den Grenzfluss laufen, wie Greenpeace Argentinien damals offenlegte). Letztlich klagte sie vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag und verlor. Zu keinem Zeitpunkt stand jedoch ein Krieg mit Uruguay auf der Agenda.

Soweit man das weiß. Bei Néstor Kirchner kann man da nie ganz sicher sein.

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