Nestor Kirchner gestorben

Gerade kamen die Meldungen per Radio und TV rein: Der Ex- und heimliche Schatten-Präsident Nestor Kirchner ist heute in Calafate im Süden Argentiniens gestorben. Offenbar hatte er einen Herzinfarkt. Er war dieses Jahr bereits zwei mal operiert worden, beides Male Bypässe.

Nestor Kirchner

Nestor Kirchner (* 25.2.1950 † 27.10.2010)

Das wird die politische Landschaft Argentiniens ganz schön durcheinander werfen. Er war Chef des regierenden Flügels der peronistischen Partei (Partido Justicialista) und heimlicher Präsident, obwohl offiziell seine Frau auf dem Sessel Platz genommen hatte. Er hat die politische Landschaft dominiert wie kein argentinischer Politiker seit Perón. Sein Plan war, bei der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr selbst wieder anzutreten – und alle derzeitigen Umfragen hatten ihn weit vor allen anderen möglichen Kandidaten gesehen.

An der Wall Street feiern sie schon: Argentinische Papiere stiegen nach dieser Nachricht massiv. Weil heute Volkszählung ist, ist hier heute Feiertag, damit auch alle zuhause sein und sich zählen lassen können. Deshalb kann die lokale Börse nicht darauf reagieren. Das wird sie dann wohl morgen nachholen.

Es ist fraglich, ob Cristina nächstes Jahr noch einmal ohne ihn antreten wird. Um ehrlich zu sein kann ich mir das zurzeit nicht recht vorstellen. Es wird ein spannendes Jahr werden.

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3 Antworten zu Nestor Kirchner gestorben

  1. Cecilia schreibt:

    Was ich vermute, ist daß er „peronisiert“ wird, er wird größer und schöner sein. Danach bleibt Cristina.

  2. antje schreibt:

    da gebe ich cecilia recht, nach dem tod werden alle guten eigenschaften und taten gezählt.
    und es bleibt spannend. wenn ich zurückblicke, war unser 1. jahr (ab winter 2007) eher langweilig. seit der landwirtschaftskrise gibt es immer wieder neue politische höhe- (oder tief- ???) punkte.
    viele grüße aus tanti
    antje

  3. spassmusssein schreibt:

    Nestor Kirchner hat seine Arbeit getan, zumeist im Übermass und in einem gewissen Unverstand, demokratische Grundprinzipien zu akzeptieren. Nestor war ein oligarcher Caudillo, aber dieses so reiche und so korrupt beraubte Land benötigt starke Hände.
    Es gilt nun, die präpotente Neureichsdummheit eines Hugo Moyano (Multigewerkschaftsführer, Multimillionär und „okupa“ via seiner 6 Söhne anderer Gewerkschaften) demokratisch zu begrenzen. Scioli, der ehemalige Vizepräsident und nun GBA-Gouvernuer wird seine Stunde erwarten, er ist zumindest integrativ und konsensstark…ob er die nötige starke Hand hat, wer weiss…er hat lediglich eine, seit seinem rennbootunfall vor Jahren.
    Ich sehe als zukunftssinnig: Duhalde mit zwei starken H¨nden im übergang, de Narvaez (der IST schwerreich) in der Provinz als Gobernador, Scioli als erneuten Vize, der dann das Amt übernimmt und Lavagna als Libero. Ob sie noch Platz f¨r Felipe Solá finden? Lopez Murphy?
    Jedenfalls ist mit dem tragischen Tod des Staatsführers Kirchner die „Unsinnsfraction“ (Stolbitzer, mit dem trunkenen Gesicht, Ricardo Alfonsin, dem Unsinnigen, Lilita Carrio dem Walfisch aus dem Chaco und anderen Nebengestalten) vor der Zeit die Handlungsbereitschaft genommen worden. Viva la Argentina y GRACIAS a Nestor para un buen trabajo.

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