Neues argentinisches Kino im BR

Im Bayrischen Rundfunk gibt’s offenbar Fans des argentinischen Kinos. Jedenfalls widmet der Sender am nächsten Samstag (31.7.) einen ganzen Abend vier Filmen aus Argentinien.

Los geht’s um 20:15 Uhr mit „Der Sohn der Braut“, einem Film des diesjährigen Auslands-Oscar-Gewinners Juan José Campanella. Ricardo Darín (auch Hauptdarsteller im Oscar-Film „Das Geheimnis seiner Augen“) spielt darin den krisengeschüttelten Restaurant-Besitzer Rafael Belvedere, der erst durch einen leichten Herzanfall sein Leben in die richtige Spur bringt. Humor- und gefühlvoll und sehr argentinisch. War 2002 auch als bester Film für den Auslands-Oscar nominiert, ist wirklich sehenswert.
Weiter geht’s um 22:15 Uhr mit „Eine Tradition der Familie“ (schlecht übersetzt von „Derecho de familia“, „Familienrecht“, wie der Film im Ursprung heißt). Darin geht’s um den jungen jüdischen Anwalt Ariel Perelman, der ein starkes Gerechtigkeitsempfinden hat, während sein Vater – ebenfalls Anwalt – seine Mandanten mit jedem noch so halbseidenen Trick vertritt. Als Ariel selbst Ehemann und Vater wird denkt er über Vorbildfunktion und seine Vaterrolle nach – und seine Ähnlichkeiten mit dem eigenen Erzeuger. Ich kenn den Film selbst nicht, kann daher nichts dazu sagen.
Dritter Film des Abends ist schwere Kost: um 23:50 Uhr beginnt „Buenos Aires 1977“, ein Politthriller über Folter und Entführung während der letzten Militärdiktatur. Claudio, ein Torwart einer Fußballmannschaft wird von den Schergen der Junta in eine Villa am Stadtrand von Buenos Aires entführt. Dort sind er und weitere „Terroristen“ Folter, Demütigungen und Scheinhinrichtungen ausgesetzt. Nach Monaten planen er und drei weitere Häftlinge ihre Flucht. Auch zu diesem Film kann ich leider keine Angaben machen, ob er sich aus meiner Sicht zu sehen lohnt, da ich ihn nicht kenne.
Den vierten kenne ich hingegen und der ist schon deshalb sehenswert, weil er mal nicht in Buenos Aires und Umgebung spielt sondern in Patagonien. „Bombón – Eine Geschichte aus Patagonien“ (Beginn 01:25 Uhr) ist die Geschichte von KfZ-Mechaniker Coco, der vom Verkauf von selbstgeschnitzten Messern (über)lebt, nachdem er seinen Job verloren hat. Für eine Gefälligkeit bekommt er die argentinische Dogge „Bombón“ geschenkt. Und der Hund entwickelt sich zu seinem Glücksbringer. Schön erzählte Sozialdramödie von Carlos Sorín, der auch mit „Historias mínimas“ schon einen Film aus Patagonien auf die Leinwand brachte.

Nochmal im Überblick:

20:15-22:15 Uhr Der Sohn der Braut
22:15-23:50 Uhr Eine Tradition der Familie
23:50-01:25 Uhr Buenos Aires 1977
01:25-03:00 Uhr Bombón – Eine Geschichte aus Patagonien

Und wer gerne wie ich bei der Internet Movie Database (IMDB) nach mehr Informationen zu den einzelnen Filmen sucht, braucht nur auf die entsprechenden Bilder zu klicken und landet schon beim entsprechenden Eintrag. Viel Spaß beim Gucken!

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Eine Antwort zu Neues argentinisches Kino im BR

  1. Cecilia schreibt:

    „El hijo de la novia“, uno de mis films preferidos! Ich bin dabei 🙂

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