Alltägliche Besonderheiten aus Schland

Fast drei Jahre lebe ich nun in Argentinien. Jetzt war ich zum ersten Mal wieder in Deutschland – oder einfach Schland wie es nach der aktuellen Mode heißt. 🙂 Ich fand überraschend, an mir selbst zu merken, über welche Alltagsdinge ich staunen kann, die ich früher als selbstverständlich hingenommen habe.

  • ich konnte ohne Schwierigkeit in den Garten der Nachbarn rübergucken; das ist zumindest im Großraum Buenos Aires ein Ding der Unmöglichkeit, weil fast alle Grundstücke von zwei Meter hohen Mauern umgeben sind.
  • selbst die Billigsupermärke in Schland sind voll mit Bio-Produkten; die muss man in den argentinischen Läden noch suchen wie die Nadeln im Heuhaufen.
  • und vor den Läden gibt’s Frauen- und Behindertenparkplätze, die mit großen Schildern als solche gekennzeichnet sind; die sind  mir in Argentinien auch noch nicht begegnet.
  • genausowenig die ganzen Überwachungskameras, die einen zumindest in den deutschen Innenstädten im Blick haben, wo man auch geht und steht.
  • und Wasser kommt selbst unterm Dach mit ungeheurem Druck aus der Leitung, es tröpfelt nicht nur.
  • Auf diese Liste gehört leider auch die gar nicht schöne Angewohnheit der Deutschen, bei Fahrten im Zug oder Bus auch den Platz neben sich durch Jacke oder Tasche in Beschlag zu nehmen. Das würde in Buenos Aires schon aus Sicherheitsgründen niemandem einfallen. Abgesehen davon haben die Argentinier zumindest was diesen Punkt betrifft ganz offensichtlich die bessere Kinderstube genossen.
  • die Anwesenheit eines Radfahrers oder Fußgängers auf einer Autobahn wird beinahe wie eine Sensation in deutschen Radios vermeldet; demgegenüber trifft man auf den Highways in Argentinien gelegentlich sogar Pferdekarren an, Radler oder Fußgänger sind hier keine Seltenheit. Von den sehr anderen sonstigen Bedingungen im Straßenverkehr will ich gar nicht erst anfangen.
  • und über so gut wie allen Hügel drehen sich fleißig die Windräder und produzieren sauberen Strom; in Argentinien wird hingegen sogar im windreichen Patagonien zurzeit an einem dort völlig unsinnigen Kohlekraftwerk gebaut. Da ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig…

Nur das Wetter, das ist noch so, wie ich das in Erinnerung hatte: überwiegend trüb und kalt (nein, stimmt nicht ganz: Hamburg hat mich entgegen meiner Erwartung mit fast einer Woche Sonnenschein verwöhnt).

Es ist schon ein bisschen komisch, nach fast drei Jahren mal wieder auf heimischen Boden zu stehen und sich von Dingen überraschen zu lassen, die man früher als selbstverständlich hingenommen hat. Ich bin zum ersten Mal wieder in Deutschland und die folgenden Dinge sind mir bisher  aufgefallen:
- ich kann ohne Schwierigkeit in den Garten der Nachbarn rübergucken; das ist zumindest im Großraum Buenos Aires ein Ding der Unmöglichkeit, weil fast alle Grundstücke von zwei Meter hohen Mauern umgeben sind.
- selbst die Billigsupermärke hier sind voll mit Bio-Produkten; die muss man in den argentinischen Läden noch suchen wie die Nadeln im Heuhaufen.
- vor den Läden gibt's Frauenparkplätze, die mit großen Schildern als solche gekennzeichnet sind; die sind  mir in Argentinien auch noch nicht begegnet.
- genausowenig die ganzen Überwachungskameras, die einen hier zumindest in den Innenstädten im Blick haben, wo man auch geht und steht.
- und das Wasser kommt selbst unterm Dach mit ungeheurem Druck aus der Leitung, es tröpfelt nicht nur.
- Auf diese Liste gehört leider auch die gar nicht schöne Angewohnheit der Deutschen, bei Fahrten im Zug oder Bus auch den Platz neben sich durch Jacke oder Tasche in Beschlag zu nehmen. Das würde in Buenos Aires schon aus Sicherheitsgründen niemandem einfallen. Abgesehen davon haben die Argentinier zumindest was diesen Punkt betrifft ganz offensichtlich die bessere Kinderstube genossen.
- die Anwesenheit eines Radfahrers oder Fußgängers auf einer Autobahn wird beinahe wie eine Sensation in deutschen Radios vermeldet; demgegenüber trifft man auf den Highways in Argentinien gelegentlich sogar Pferdekarren an, Radler oder Fußgänger sind auch keine Seltenheit
Von den sehr anderen sonstigen Bedingungen im Straßenverkehr will ich gar nicht erst anfangen.
- über so gut wie allen Hügel drehen sich fleißig die Windräder und produzieren sauberen Strom; in Argentinien wird hingegen sogar im windreichen Patagonien zurzeit an einem dort völlig unsinnig
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3 Antworten zu Alltägliche Besonderheiten aus Schland

  1. Cecilia schreibt:

    Agrego:

    1- nenes enormes en cochecitos de paseo comiendo pan, pan y pan!
    2- supermercados cerrados los domingos -no hay nadie en la calle!
    3- los que dicen que no comen carne porque hace mal, mientras se deleitan con un grasiento curry-wurst
    4- ventanas sin cortinas ni persianas, donde poder espiar la vida ajena gratuitamente

    Hay más, pero esto alcanza, no?

  2. Volker schreibt:

    Das mit den Gärten geht oft gar nicht anders. Schließlich sind die Deutschen die Erfinder des Reihenhauses. Privatsphäre ist da nicht so wichtig für die Bewohner, Hauptsache die „eigenen vier Wände“. Naja, wem´s gefällt…
    Ich persönlich würde die Mauer-Variante bevorzugen. Gerne auch 3 Meter hoch.

  3. llamadojorge schreibt:

    Ich geb zu, einen Reihenhausgarten von vielleicht 10 x 7 Metern mit einer zwei Meter hohen Mauer zu umgeben ist grenzwertig und nach deutscher Bauordnung wahrscheinlich sogar illegal.
    Die Grundstücke hier sind zwar in der Regel mindestens 8,66 Meter breit (vielleicht passt das besonders gut in die meist 100 Meter langen Straßenblocks, wenn man den Platz für die Gehwege abzieht; eine andere Erklärung hab ich nicht), aber bisweilen auch nicht länger als in D. Die Argentinier schätzen eben ihre Privatsphäre im Garten, auch auf Kosten der Aussicht. Wenn dann noch der Boden des Hofs komplett gefliest oder mit Beton-Steinen ausgelegt ist, kommt man im Sommer allerdings gehörig ins Schwitzen. Unter anderem deshalb ist hier der Sommer ausgerechnet _nicht_ Grillsaison, sondern alle anderen Jahreszeiten.
    Das Ganze hat jedoch auch einen Sicherheitsaspekt: über einen Jägerzaun nach deutschem Vorbild sprängen die bösen Buben hier mit Leichtigkeit. Bei den hohen Mauern ist das nicht unmöglich, aber es strengt mehr an und geht nicht ganz so fix. Abgesehen davon sehen sie wegen der Mauer den Rottweiler auf der anderen Seite nicht… 🙂

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