Steuern und Abgaben

Jedes Land hat ja so seine eigenen Methoden, sich Geld für die Regierungsgeschäfte zu besorgen. Die Liechtensteiner besorgen sich’s, indem sie reiche Ausländer irgendwelche Schwarzgeldkonten anlegen lassen, aber in den meisten anderen Ländern sind Steuern und Abgaben der Treibstoff für das Funktionieren des Staates. Die zahlen bloß die wenigsten Leute gerne. Genau wie in Deutschland gibt es hier in Argentinien einen Volkssport, das Finanzamt zu bescheißen.

Die Inhaber von manchen Geschäften beispielsweise nehmen merkwürdigerweise den ganzen Tag lang nichts ein, obwohl ständig Leute rein- und rausgehen. Und wo nichts eingenommen wird, muss man ja auch keine Steuern zahlen. Natürlich nehmen sie nicht wirklich nichts ein, aber wenn man die elektronische Registrierkasse nicht benutzt und keine Tickets ausstellt, die Spuren hinterlassen, dann hat der Fiskus eben Pech gehabt.

Für Selbstständige wie Cecilia und mich gibt’s einen Sonderfall beim Einkommensteuerzahlen: Wir sind „Monotributistas“. Wir entrichten eine Steuer, in der auch Rentenversicherung und Krankenversicherung enthalten sind. Da die beiden Versicherungen nix taugen, haben wir das zusätzlich nochmal privat, aber grundsätzlich haben wir immerhin eine Grundabsicherung (auf Sozialhilfe-Niveau) durch den „Einmal-Tribut“. Für Monotributistas gab es bis Ende letzten Jahres fünf  Kategorien, die sich am Jahreseinkommen bemessen – und die seit ungefähr 1997 nicht mehr angepasst worden waren.

Eben weil sie so lange nicht angepasst worden waren, müssen jetzt viele Bürger Steuern nachzahlen. Manche müssen in eine komplett andere Steuerkategorie (sich also rückwirkend für einige Monate ummelden) und müssen entsprechend auf ihre Einnahmen in den letzten Monaten des Jahres 2009 Mehrwertsteuer zahlen (immerhin 21%!).

Inzwischen ist die Anpassung der Kategorien erfolgt, wenn auch mit dem Ergebnis, dass sich die monatliche Steuerlast für die meisten Monotributistas verdoppelt. Das ist zwar verständlich – 1997 war immerhin noch die 1:1 Bindung an den Dollar in Kraft – aber natürlich trotzdem ärgerlich.

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