Dengue

Aedes aegypti - Die Dengue-Mücke

Aedes aegypti - Die Dengue-Mücke

So sieht sie aus, die Überträgerin von Dengue, die derzeit in Argentinien in aller Munde ist (natürlich nur bildlich). Seit einigen Wochen mehren sich die Anzeichen für eine wahre Dengue-Epidemie im Land. Vor allem im Norden sind bereits Tausende an der Krankheit erkrankt, mehrere Tote sind ebenfalls schon zu beklagen. Während die Regierung bisher das Problem herunterspielt und von einzelnen Krankheits-Herden spricht, schlagen Mediziner inzwischen landesweit Alarm und sprechen von Epidemie.

Laut offiziellen Zahlen sind es „nur“ um die 16.000 Krankheitsfälle. Die Mediziner zählen zwischen 20.000 und 40.000. Und während bisher die Krankheit nur bei Leuten auftrat, die irgendwo im Norden Argentiniens unterwegs gewesen und offenbar dort von dem Überträger des Virus (der schon erwähnten Aedes aegypti-Mücke) gestochen worden sind, gibt es inzwischen auch erste Fälle von Infektionen hier im Großraum Buenos Aires.

Das Blöde bei Dengue ist, dass es keine wirksame Impfung für die Krankheit gibt. Es ist eine Virus-Infektion, ähnlich dem Gelbfieber, aber bislang ohne Impfstoff und Heilmittel. Nach allem, was ich bisher gelesen habe, äußert sich die Krankheit zunächst mit Fieber wie bei einer Grippe, allerdings gesellen sich relativ schnell auch ungeheure Knochen- und Gelenkschmerzen hinzu. Deshalb heißt die Krankheit auch „Knochenbrecherfieber“. Nach zwei Wochen ist sie meist überstanden. Es gibt aber offenbar vier leicht unterschiedliche Varianten des Virus. Wer die Krankheit einmal hatte, ist gegen diese Variante immun, kann aber mit einer der drei anderen erneut krank werden. Und beim zweiten Mal geht die Krankheit mit schweren inneren Blutungen einher und ist fast immer tödlich.

Reisenden nach Buenos Aires und vor allem dem Norden Argentiniens kann man daher momentan nur empfehlen, sich möglichst viel „Off“ zu kaufen (das ist das hiesige Autan, wirkt ziemlich gut) und sich damit ausgiebig einzuschmieren bzw. -sprühen. Und wer nicht unbedingt muss, sollte vielleicht Gegenden meiden, die besonders gute Brutbedingungen für Mücken aufweisen (z.B. Esteros del Iberá, Wasserfälle von Iguazú). Das Auswärtige Amt meint zum Thema:

„Das angrenzende Bolivien durchlebt derzeit eine Denguefieberepidemie. Die argentinischen Medien berichten daher seit Ende März 2009 verstärkt von einer Ausbreitung des Denguefiebers im Norden des Landes. Betroffen sind die Provinzen Salta, Jujuy, Tucumán, Formosa, Misiones, Corrientes, Catamarca, Chaco und Santiago del Estero. Im Zuge der Ausbreitung ist es in Argentinien bisher zu fast 8000 Erkrankungen und sieben Todesfällen gekommen. Die Mücke, die das Denguefieber überträgt, ist tagaktiv. Reisende sollten daher besonders tagsüber auf einen Mückenschutz achten. Gegen das Denguefieber besteht kein Impfschutz.“ [Stand: 13.4.2009]

Wer sonst noch was tun will: bei http://www.worldcommunitygrid.org/ kann man mithelfen, einen Wirkstoff gegen den Virus zu entwickeln. Mediziner von der University of Texas und der University of Chicago versuchen mit der Hilfe von möglichst vielen Privatleuten so etwas wie einen virtuellen Großrechner zu kreieren. Ein kleines Programm rechnet dabei im Hintergrund, wenn der Rechner nicht gebraucht wird oder seine Rechenkapazität nicht voll ausschöpft. Berechnet wird dabei, welche der Millionen Moleküle in der Datenbank der Institute am wahrscheinlichsten gegen den Dengue-Virus wirksam sein könnte und entsprechenden Tests unterzogen wird.

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3 Antworten zu Dengue

  1. buep schreibt:

    Ich mache mit!

  2. llamadojorge schreibt:

    Die französische Pharmafirma (schönes Wort, oder?) Sanofi hat offenbar eine Impfung im Test, wie ich diesem Artikel bei IPS entnehme. Von einer flächendeckenden Einführung sind die aber noch Jahre entfernt, selbst wenn der Test positiv verläuft.

  3. Marcel Senn schreibt:

    Hier in Uruguay ist Colonia besonders Dengue gefährdet – liegt vermutlich an den vielen Durchreisenden, die es einschleppen und dann hier gestochen werden und es sich so ausweitet kann. Zur Zeit hat es wieder viele Moskitos – lästig, Die lieben die Feuchtigkeit nach dem Zyklon halt, der zum Glück hier nicht ganz so stark war, aber es hat trotzdem ziemlich reingeregnet…

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