Drehtag 12: Pinguinkolonie Punta Tombo

Diesen Artikel hatte ich jahrelang nicht veröffentlicht, hielt ihn wohl zum Zeitpunkt des Schreibens nicht für fertig. Da aber der Geschichte um den Dreh der Abschluss fehlte, veröffentliche ich sie jetzt einfach in dem Zustand, in dem sie sich befindet.

Der letzte Drehtag überhaupt führte uns nach Punta Tombo – der größten Pinguinkolonie der Welt. Angeblich gibt es zur Hochsaison bis zu 1 Mio. Pinguine, die hier ihre Nester in die Erde buddeln und bis zu zwei Junge erbrüten. Das sind natürlich Schätzwerte basierend auf Hochrechnungen, aber es sind wirklich sehr, sehr viele.

Trotzdem kam es zumindest mir nicht überfüllt vor. Es gab Strandabschnitte, wo man kaum einen Fuß vor den anderen stetzen konnte, ohne im nächsten Nest zu stehen, aber eigentlich hatte ich mir das ganze Areal so vorgestellt. Und das war trotz allem erstaunlich leer.

Küstenabschnitt mit vielen Löchern und einigen Pinguinen vor Meer

Wohnsiedlung der Pinguine

Diesmal trafen wir uns mit Pablo Borboroglu, einem weiteren Wissenschaftler von CENPAT, wo auch Virginia, unsere Mara-Forscherin arbeitete. Mit dem durften wir wieder in die Zonen des Naturschutzgebiets, wo normale Touristen nicht hin dürfen.

Wobei ich sagen muss: man verpasst nichts, wenn man nicht über die Absperrungen steigt. Denn bisweilen brüten die Vögel aufgrund der dichten Besiedlung auch direkt neben den Wanderwegen für Touristen. Und wenn ihnen jemand zu nahe kommt, können sie ganz schön giftig werden.

Schlafender Pinguin in Bodenkuhle

Pinguinnester: Manchmal tut’s auch eine Kuhle im Boden mit einer Wurzel als Dach. Die meisten Pinguine stört menschliche Anwesenheit nicht.

Man sieht also nicht mehr, wenn man jenseits der Absperrung ist. Eher weniger. Weniger Touristen, meine ich. Nur noch Pinguine. Und viele Löcher im Boden. Und gelegentlich ein Guanako. Das war’s.

Gestrüpp und Pinguine auf Strandabschnitt mit Guanako im Hintergrund

Keine Camel-Werbung: Das da im Hintergrund ist ein Guanako. Die leben hier friedlich zwischen den ganzen Pinguinen.

Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich den größten Teil des Nachmittags dösend/schlafend am Strand verbracht habe, während der Rest des Teams gefilmt hat. Die Pinguine watschelten an mir vorbei – immer mit Sicherheitsabstand, schließlich weiß man nie -, die Wellen rauschten im Hintergrund… fast wie Urlaub.

Und das war im Grunde diese ganze Reise für mich auch. Klar musste ich mich im Vorfeld um die ganzen Fachleute kümmern, die uns an den jeweiligen Stationen Rede und Antwort gestanden haben, vor Ort dann auch als Übersetzer einspringen, wenn die Verständigung kompliziert wurde (insbesondere mit unseren amtlichen Aufpassern) und auch den einen oder anderen Handlangerdienst erledigen.

Trotzdem hab ich den ganzen Dreh im Großen und Ganzen als einen anstrengenden, aber freundlicherweise bezahlen Urlaub empfunden. Was draus geworden ist, könnt ihr dann in ein paar Monaten im TV bewundern. Ich sag Bescheid, wenn’s soweit ist.

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