Drehtag 3: Ein stinkender Wal

Am dritten Tag hatten wir vor allem den Plan, das „Whale Camp“ zu besuchen, besser bekannt als „Campamento 39“. Nicht, weil es noch 38 andere gäbe, sondern weil es auf dem Flurstück 39 liegt. Es wurde in den 1970ern von den Eigentümern einer der hiesigen Estancias an einen amerikanischen Walforscher verpachtet, der ein Haus draufstellte und fortan drei Monate im Jahr hier mit der Beobachtung von Glattwalen zubrachte.

Inzwischen kommt Roger Payne nur noch selten vorbei, der Herr ist gesundheitlich offenbar nicht mehr der fitteste. Deshalb steht das Whale Camp aber anderen Wissenschaftlern zur Verfügung oder wird von der von ihm selbst gegründeten NGO namens Whale Conservation Institute (oder Instituto de Conservación de Ballenas) genutzt.

In der Nähe des Camps befand sich ein toter Wal am Strand. Ein Babywal, keine 6 Meter lang, einer von 92 in dieser Saison (also seit Juni). Er lag bereits rund eine Woche dort, war also in keinem wirklich guten Zustand mehr. Und stank. Ziemlich.

Da ich bei den Dreharbeiten selbst ja eigentlich keine Funktion habe, solange der entsprechende Wissenschaftler gut genug englisch spricht, habe ich die Zeit genutzt ein bißchen umherzuwandern um nur ja aus dem Wind mit dem Verwesungsgestank herauszukommen. Die anderen fanden es angeblich nicht so schlimm, aber ich hatte noch abends den Geruch in der Nase.

Leider hatte es kleine Abstimmungsprobleme gegeben, so dass keiner etwas zum Mittagessen dabeihatte – wir nicht, und die Leute vom ICB auch nicht. So mussten wir die Vorräte von zwei ebenfalls im Camp hausenden amerikanischen Studentinnen plündern und ich wurde für den Nachmittag losgeschickt, diese wieder zu ersetzen.

Deshalb durfte ich mit unserem Landrover zwei mal über Schotterpiste ins rund 50 Kilometer entfernte Puerto Pirámides und zurück fahren, womit der Nachmittag für mich gelaufen war. Abends wollten wir eigentlich grillen, aber in Anbetracht der erheblichen Abkühlung nach Sonnenuntergang, des Fehlens der versprochenen (lebenden) Wale im Wasser und der allseitigen Ermüdung haben wir diesen Plan aufgegeben.

Übelgenommen hab ich den Walen allerdings, dass sie offenbar sobald wir außer Sichtweite waren, in Strandnähe zurückkehrten und sich bis in den späten Abend hinein vergnügten. Ohne uns. Grrr.

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