Drehtag 2: Sonne, Mond und Wale

Glattwale vor Vollmond

Glattwale vor Vollmond

Auf der einen Seite ging die Sonne unter, auf der anderen der Vollmond auf, dazwischen unser Boot – und keine fünf Meter von uns eine Glattwalmutter mit ihrem Kalb. Das war der krönende Abschluss eines ganzen Tages an Bord eines der für die Beförderung von Passagieren zugelassenen Boote hier in Puerto Pirámides, dem einzigen Ort auf der Halbinsel Valdés. Urspünglich wollten wir mit dem Schlauchboot des ‚Instituto de Conservación de las Ballenas‘ (ICB) rausfahren, aber das ging nicht. Die Regierung der Provinz Chubut hat uns einen Aufpasser mitgeschickt, wir müssen uns an alle Regeln halten und dazu gehört eben auch, nur mit autorisiertem Personal rauszufahren. Das ist für uns Diego, einer der Kapitäne einer Whale Watching-Firma mit dem kleinsten Boot des Unternehmens, auf dem bis zu 20 Personen Platz haben. Wir waren zwar nur halb so viele, aber trotzdem war es manchmal ganz schön schwierig, schnell genug aus dem Schussfeld unseres Kameramanns Niko zu entkommen.

Die Glattwalbabys sind ziemlich neugierig und kamen sehr nah ans Boot

Die Glattwalbabys sind ziemlich neugierig und kamen sehr nah ans Boot

Bereits vorher am Tag hatten wir richtige Glücksmomente, als sich eine weitere Gruppe von drei Walen eine gute halbe Stunde um unser Boot herumtrieb, gelegentlich drunter durch tauchte und uns mehr als einmal beim Ausatmen mit Wasser bespritzten. Eine solche Szene hat Niko auch gefilmt und war ganz begeistert davon, obwohl er natürlich sofort anschließend erstmal seine Linse wieder trockenrubbeln musste.

Solche Sprünge sahen wir mehrfach. Angeblich werden die Wale auf diese Weise Parasiten und abgestorbene Hautreste los, kratzen können sie sich ja nicht.

Solche Sprünge sahen wir mehrfach. Angeblich werden die Wale auf diese Weise Parasiten und abgestorbene Hautreste los, kratzen können sie sich ja nicht.

Irgendwann im Lauf des Tages stellte sich bei mir allerdings Unmut ein, weil ich Trottel doch tatsächlich meinen wichtigsten Ausrüstungsgegenstand zuhause gelassen habe: das Ladegerät für den Akku meiner Kamera. Um deshalb nicht schon am zweiten Tag die Kamera unbrauchbar zu machen, hab ich mich kaum noch getraut, Bilder zu machen (und natürlich letztlich doch rund 200 Mal auf den Auslöser gedrückt). Fazit: ich muss wohl nochmal wiederkommen, denn 200 Fotos reichen auf keinen Fall, um die Schönheit dieses Fleckens auch nur annähernd wiederzugeben.

Sogar ein Albino-Baby bekamen wir vor die Linsen. Zwei bis drei gibt es davon pro Jahr in der Region. Als Erwachsene werden sie etwas grauer.

Sogar ein Albino-Baby bekamen wir vor die Linsen. Zwei bis drei gibt

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