Preisvergleich

Einen Preisvergleich anzustellen ist eigentlich ja kein Problem. Man geht in einen Laden, sucht sich ein Produkt aus, notiert den Preis und vergleicht diesen mit demselben Produkt in anderen Läden. Vereinfachen kann man das, wenn die Läden eine Website haben, auf der die Produkte mit Preis gelistet sind, dann muss man nicht extra hinrennen, sondern kann bequem von zuhause aus den günstigsten Preis suchen.

Nicht so in Argentinien. Nicht nur, dass die meisten Läden keine Website haben auf denen die Produkte mit Preis ausgezeichnet wären (angesichts der Inflation von ca. 30% wären da auch permanent Anpassungen nötig, was sich nur sehr große Firmen mit entsprechenden Warenwirtschaftssystemen leisten können), die Preise schwanken auch sonst ständig.

Ein Beispiel: Für unser Haus brauchten wir einen neuen Heißwasserboiler. Es gibt einige Marken, von denen wir gehört hatten, das die gut sind, darunter eine namens Rheem. Die Boiler dieser Firma gibt’s relativ häufig, von daher sollte ein Preisvergleich eigentlich eine leichte Sache sein. Denkste.
Denn die Dinger werden nicht nur in Fachgeschäften verkauft (ich nehme sogar an, dass sie dort gar nicht verkauft werden, weil sie ziemlich teuer sind), sondern auch in großen Supermärkten Marke Walmart oder Carrefour. Dort sind sie in der Regel etwas billiger als im Fachhandel (nicht immer allerdings).

Das Problem ist, dass man vor einem solchen Kauf sehr genau die Sonderverkaufsaktionen studieren muss. Wenn man z.B. bei der Supermarkt-Kette Coto mit Kreditkarte zahlt, bekommt man 5% Rabatt, wenn’s die von Coto selbst ausgestellte Kreditkarte ist, sind’s sogar 10%. Gelegentlich gelten solche Rabatte aber nicht für Elektronik und Hausgeräte. Oder es werden nur bestimmte Kreditkarten akzeptiert, andere wieder nicht. Manchmal gelten bestimmte Rabatte nur für Rentner. Dann wieder sind ganz spezifische Produkte von den Rabatten ausgenommen (z.B. die Weine einer bestimmten Winzerei).

Außerdem gelten die Angebote der einzelnen Supermärkte, die z.B. am Samstag in der Zeitung stehen, nicht ab Montag eine Woche oder länger wie das in Deutschland üblich ist. Die gelten manchmal nur einen Tag, manchmal nur das Wochenende oder das Wochenende inklusive des Montags. Da gibt’s dann z.B. auf alle Boiler bei Carrefour letztes Wochenende 15% Rabatt – bei Barzahlung. Man kann natürlich auch mit Karte kaufen, dann gibt’s aber keinen oder keinen so hohen Preisabschlag.

Man ist also ständig dabei, nicht nur die in großen Lettern angekündigten Rabatte und Sonderangebote zu studieren, sondern aufmerksam auch das Kleingedruckte zu lesen, denn da verbergen sich nicht selten Falltüren. Und dann mit Taschenrechner oder im Kopf die tatsächlichen Preise auszurechnen, denn die stehen häufig auch nicht in den Anzeigen. Da steht dann nur sowas wie 12 Raten à 299 Pesos, wobei natürlich die 299 riesig ist und die 12 Raten ganz klein. Wie hoch der Preis bei Barzahlung ist, muss man gelegentlich erst erfragen oder dem Kleingedruckten entnehmen.

Ich kann mir nicht helfen, aber obwohl ich mich um möglichst gut informierte Käufe bemühe, bleibt bei mir immer das Gefühl, über’s Ohr gehauen worden zu sein. Bin gespannt, ob sich das irgendwann ändert.

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3 Antworten zu Preisvergleich

  1. Ignacio schreibt:

    Apropos Preisvergleich, wie Mandy in ihrem Blog geschrieben hat, findet man ab und zu Preise, die einfach keinen Sinn machen — wie die 2kg Ketchup-tüte, die teurer als 2x1kg ist!

  2. llamadojorge schreibt:

    Stimmt, aber das kann dir auch anderswo passieren. Ich hab gerade gestern online nach einer größeren Festplatte Ausschau gehalten, und festgestellt, dass im selben (deutschen!) Online-Shop die 640GB-Platte von Samsung pro GB günstiger war als die 750GB-Platte oder die mit 1TB Speicherplatz vom selben Hersteller.
    Aber à propos Sinn machen: das ist eigentlich eine wörtliche Übersetzung aus dem Englischen (sth. makes sense), die in Deutsch leider sehr weit verbreitet ist. Gutes Deutsch ist das aber nicht (siehe die Zwiebelfisch-Kolumne zum Thema).

  3. Ignacio schreibt:

    Vielen Dank für den Tipp, Jorge — solche Bermerkungen weiß ich sehr zu schätzen!
    („keinen Sinn machen“ habe ich aus dem Lied „Tränenschwer“ von Juli gelernt…)

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