Bahnübergänge

Update zu früheren Beiträgen: Weil sich auf politischer Ebene die Parteien noch zanken gibt’s da nicht viel Neues. Die Abgeordnetenkammer des Kongresses hat die Resolution 125 mit den erhöhten Ausfuhrzöllen wie erwartet bestätigt, allerdings ziemlich knapp (129 zu 122). Jetzt konzentriert sich alles auf den Senat. Aber auch dort hat das königliche Paar Kirchner eine deutliche Mehrheit…

And now to something completely different. Es gibt manchmal so Sachen, die mir im Alltag auffallen, die für mich als Deutschen erstmal überraschen. Deshalb führe ich heute eine neue Kategorie „Alltag“ ein, in der ich Kleinigkeiten beschreibe, die normalerweise keinen Blogeintrag wert wären. Wie zum Beispiel Bahnübergänge.

Darüber macht man sich ja im Regelfall wenig Gedanken. Ist einfach eine Kreuzung von Bahnschienen mit einer Straße, manchmal einer Schranke, manchmal nur einem Andreaskreuz. Was ist schon dabei? In Deutschland und den umliegenden Ländern, die ich so kenne, in der Tat nicht viel. Hier aber sind das richtige Verkehrshindernisse.

Denn die Argentinier scheinen es nicht hinzukriegen, die Übergänge so zu bauen, dass nicht nur die Züge da einigemaßen unbeschadet drüber kommen, sondern auch die Autos. Bahnübergänge gehören hier zu echten Spaßbremsen auf den Straßen. Häufig kann man sie per Auto nur im Schritttempo überqueren, weil der Teer oder Zement zwischen den Schienen so uneben ist. Bremsen ist also angesagt, auch wenn weit und breit kein Zug kommt.

Hinzu kommt, dass die meisten Schienen hier ebenerdig verlegt sind, wie die Straßen auch. Das bedeutet, dass man nicht wie häufig in deutschen Ballungsgebieten per Tunnel oder Brücke drüber kommt oder gleich die Schienen höher legt, sondern sich manchmal ziemliche Staus an den Übergängen bilden, die sich nicht so leicht auflösen, weil ja selbst bei geöffneten Schranken nur Schritttempo möglich ist.

Da man sich hieran aber ziemlich schnell gewöhnt, denkt man nach einer Weile schon nicht mehr drüber nach. Ich hab es erst neulich bemerkt, als wir über einen frisch erneuerten Bahnübergang fuhren und kein Geruckel zu spüren war, sondern man flüssig und ohne Probleme auf der anderen Seite landete. Als ich mich schon freuen wollte und meiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass in nicht allzu ferner Zukunft alle Bahnübergänge wie dieser sein könnten, holte mich mein Schwiegervater Mario auf den Boden der Tatsachen zurück: „Warte mal ein, zwei Monate, dann ist nämlich wieder alles wie vorher.“

Wahrscheinlich behält er Recht.

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2 Antworten zu Bahnübergänge

  1. Gerrit schreibt:

    Ich hatte mich vor kurzem hier mit jemandem darüber unterhalten, weshalb Geländewagen hier so trendy seien. Im Endeffekt ist es nicht nur so wie in Deutschland, dass sie als schick und cool gelten, sondern dass diese auch wesentlich angenehmer auf den teilweise arg kaputten Straßen zu fahren sind. Mit einem Passat bin ich jetzt schon zweimal so heftig aufgesetzt, dass ich befürchtete, irgendwelche wichtigen Teile verloren zu haben… ach ja, und über Bahnübergänge möchte man sein Auto am liebsten tragen…

  2. llamadojorge schreibt:

    Und ich dachte, in eurem gepanzerten Dickschiff merkt ihr von den Schlaglöchern kaum was. 😉

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