Gefährliches Spiel

Seit Monaten gibt es hier Unruhe, weil die Regierung Kirchner angeblich den Inflationsindex fälschen lässt. Mitarbeiter der nationalen Statistikbehörde INDEC hatten das publik gemacht. Ich hab mich immer gefragt, warum die Regierung das tun sollte. Die Menschen merken ja schließlich, ob sie mehr für Tomaten oder Fleisch bezahlen müssen, dazu brauchen sie keinen Index.

Nach der Lektüre dieses Artikels in der Welt hab ich nun immerhin verstanden, was Kirchner damit bezweckt. Argentinien hat inflationsbasierte Staatsanleihen ausgegeben. Durch die Fälschung der Statistik spart Argentinien Milliarden an Zinszahlungen.

Das ist ein gefährliches Spiel, denn zum zweiten Mal werden sich die Käufer argentinischer Staatsanleihen um ihr Geld betrogen sehen. Beim Staatsbankrott und der folgenden nur teilweisen Rückzahlung von knapp 100 Mrd. Dollar Schulden waren viele Beobachter davon ausgegangen, dass Argentinien auf Jahre hinaus keine internationalen Kredite mehr würde aufnehmen können. Das hat sich zwar im ersten Anlauf nicht bestätigt. Das derzeitige Verhalten könnte allerdings das Interesse von Investoren erheblich abkühlen – risikolos sind eben die Anleihen mit einer kumulierten Verzinsung von rund 20% nicht. Im Gegenteil.

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