Keine Experimente

Keine ExperimenteDas war die Losung von Adenauer zur Bundestagswahl 1957. Hätte auch auf Argentinien 50 Jahre später gepasst. Die größte Anzahl Stimmen entfielen erwartungsgemäß auf Königin Cristina.

Erstaunt haben mich die Medienberichte im Ausland, wo häufig von einer „neuen Evita“ gesprochen wird. Alles Blödsinn. Mit sozialen Wohltaten für die Armen hat Cristina so wenig im Sinn wie eine Kuh mit Bogenschießen. Die Sprüche, die sie zum Thema absondert könnten auch von Guido Westerwelle stammen: „Wir haben das Sozialste getan, was man tun kann, nämlich den Menschen Arbeit verschafft.“

Schön und gut. Tatsächlich sind in Argentinien unter Kirchner eine Menge neue Jobs entstanden. Damit hatte bloß die Regierung herzlich wenig zu tun. Der Hauptgrund dafür ist die dramatische Abwertung des Peso und die damit verbundene günstigere Exportsituation. Die hat aber schon Anfang 2002 noch unter Kirchners Vorgänger Duhalde stattgefunden.

Kirchner hat es trotzdem geschafft, die Lorbeeren hierfür einzuheimsen und sich die Medaille des nationalen Retters anzuheften. Viele Leute hier glauben ihm das. Verglichen mit der großen Krise vor fünf Jahren geht es vielen tatsächlich deutlich besser. Deshalb hat gestern Cristina gewonnen. Ob die Armen davon tatsächlich profitieren werden und die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter aufgeht (wie sonst nahezu überall), wird sich erst erweisen müssen.

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