Me llaman Jorge

Argentinien-Artikel in der ZEIT

Februar 8, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

In der aktuellen ZEIT gibt’s einen – etwas reißerischen – Artikel über Argentinien und wie die Kirchners es angeblich gerade zugrunde richten. Untertitel: “Néstor und Cristina Kirchner haben mit ihrer desaströsen Wirtschaftspolitik Argentinien verarmen lassen”. Ich finde, das ist ein bisschen dick aufgetragen, Armut gab es hier auch vor den Kirchners schon.

Was allerdings stimmt ist, dass hier seit rund zwei Jahren wirtschaftlich eigentlich nix mehr vorwärts geht. Für ihre Klientelpolitik brauchen die Kirchners ständig neues Geld, weil sonst ihr ganzes Kartenhaus zusammenbrechen würde. Aus dem Ausland kann das nicht kommen, weil Argentinien als unzuverlässiger Schuldner gilt (mit Ausnahme von Kumpel Chavez, der mehrmals großzügig Petrodollars spendiert hat – für horrende Zinsen allerdings).

Vielleicht ist das sogar ganz gut, weil die Kirchners sonst wie viele der anderen Kleptokraten vor ihnen und in den umliegenden Staaten ordentlich Schulden im Ausland machen würden, die ja dann irgendwann anders – von einem anderen Präsidenten – zurückgezahlt werden müssen.

In den Reden der Präsidentin ist immer von einem gerechteren Argentinien die Rede, in dem es vor allem den Armen besser gehen soll. Durch Umverteilung von oben nach unten sollen die Unterprivilegierten endlich zu einem menschenwürdigen Leben kommen. Könnte ich bis hierhin mittragen, wenn’s denn so umgesetzt würde. Derzeit läuft eine Registrierungskampagne für Arbeitslose, die mit einfachen Hilfsjobs (Marke: Ein-Euro-Job, allerdings besser bezahlt) bei den Gemeinden Arbeit bekommen sollen. Ich hab schon aus dem Bekanntenkreis gehört, dass manchen bei der Einschreibung ins Register gesagt wird, wer auf 500 von den 1200 Pesos im Monat verzichten könne, dürfe zuhause bleiben (die stecken dann dafür die “punteros” genannten Typen ein, die für die Registrierung verantwortlich sind). Wer auf seinen 1200 Pesos besteht weil er muss oder dieser Art Korruption keinen Vorschub leisten will, hat gute Chancen, aussortiert zu werden und gar nicht in das Programm aufgenommen zu werden. Es gibt nämlich keinen Rechtsanspruch darauf. So macht man sich Leute gefügig.

Titelblatt der Zeitschrift Noticias von Anfang 2008

Titelblatt der Zeitschrift Noticias von Anfang 2008: "Der Reichtum, der nicht richtig erklärbar ist"

Das präsidentielle Ehepaar bereichert sich währenddessen ohne Scham selbst. Ihr persönliches Vermögen, bzw. das, das sie in ihrer Steuererklärung angegeben haben, hat sich in den Jahren ihrer Regentschaft von rund 2,2 Mio. Pesos (2002) auf inzwischen über 46 Mio. Pesos (2008) vervielfacht, hauptsächlich durch etliche undurchsichtige Immobiliengeschäfte. Im Moment sehen sie einer – erneuten, und wahrscheinlich erneut fruchtlosen – Klage wegen illegaler Bereicherung entgegen, weil offenbar staatliche Grundstücke zu Spottpreisen in ihren Besitz gekommen sind (z.B. 20.000 m2 im Touristenort El Calafate in Kirchners Heimatprovinz Santa Cruz für 6,50 Pesos pro Quadratmeter, also 130.000 Pesos insgesamt), die sie nur wenige Jahre später für Millionen verkauft haben (in diesem speziellen Fall angeblich für 6,5 Mio. – hübsche Rendite).[Quelle] Von 2007 auf 2008 haben sie einen Sprung von +158% gemacht. Wenn sie letztes Jahr ähnlich gut gewirtschaftet haben müssten sie für 2009 also deutlich über 100 Mio. Pesos ihr eigen nennen. Also ich bin auf die Steuererklärung gespannt.

[Am Rande: ich hab noch nicht ganz verstanden, wer in welchen öffentlichen Ämtern hier auch eine öffentliche Steuererklärung abgeben muss, ob das nur für die Präsidentin gilt oder auch für weitere Amtsträger].

Der Diskurs ist links, das eigene Geld wird jedoch schön konservativ in Immobilien angelegt – noch dazu unter offensichtlicher Vorteilsnahme. Wenn irgendein anderer Argentinier herginge und 2 Hektar im Zentrum von Calafate kaufen wollte, würde er sicher keinen so guten Preis bekommen wie der (Ex-)Präsident.

Das neue Verfahren, das derzeit gegen die Kirchners angestrengt wird, wird vermutlich ebenso fruchtlos enden wie das vorhergehende und das davor (komischerweise landen diese Verfahren nämlich immer bei demselben Richter). Bis Ende 2011 müssen wir wohl also noch mindestens mit den Herrschaften leben. Und ich fürchte, mindestens so lange wird hier auch weiter wirtschaftlich nichts vorwärts gehen.

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Argentinischer Humor

Februar 2, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Einer der Gründe, weshalb ich hier gern lebe, ist der für meine Begriffe sehr schöne Humor der Argentinier. Neulich auf der Straße: Ein Bus fährt vorbei und zieht eine – offensichtlich durch irgendeine Fehlfunktion des Motors hervorgerufene – schwarze Rauchfahne hinter sich her.
Kommentar eines Anwohners: “Endlich tun sie was gegen die Dengue-Mücken!”

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Heiß is’

Januar 29, 2010 · 4 Kommentare

Wenn morgens um acht die Zikaden in den Bäumen zu kreischen anfangen, wenn bei Tag und Nacht das Summen der Klimaanlage der Nachbarn zu hören ist, wenn man mehrmals am Tag das Wasser im Hundenapf wechseln muss, weil sich wieder irgendwelche Vögel darin gebadet haben – dann ist Sommer in Buenos Aires.

Die meisten schalten dann einen Gang zurück, vor allem um die Mittagszeit findet man kaum jemanden auf der Straße, der nicht dort sein muss (wie z.B. unser Soda-Lieferant). Ich ertappe mich regelmäßig, wie ich Umwege in Kauf nehme, wenn ich weiß, dass dafür auf dem längeren Weg mehr schattenspendende Bäume stehen. Dabei sind die Temperaturen zwar hoch, aber auch für deutsche Verhältnisse durchaus nicht außergewöhnlich: 35°C im Schatten gibt’s ja auch in Süddeutschland gelegentlich (in Hamburg hatten wir das in 10 Jahren allerdings glaube ich nie). Heute nachmittag hatten wir hier immerhin “gefühlte” 38°C. Damit sind wir noch einige Grade entfernt vom Rekord, der bei unglaublichen 43,3°C lag – heute vor 53 Jahren (siehe Zeitungsausschnitt).

"In 100 Jahren gab es nie so eine Hitze: 43°3"

"In 100 Jahren gab es nie so eine Hitze: 43°3"

Das Problem sind aber nicht die hohen Tagestemperaturen, sondern vor allem die hohen Nachttemperaturen und das über einen längeren Zeitraum. Denn obwohl man tagsüber alle Öffnungen des Hauses verriegelt und verrammelt, um die Hitze draußen zu halten, ist es natürlich nach jetzt fast zwei Wochen täglich über 30°C auch drinnen heiß. Gestern hatten wir um 0:00 Uhr noch 29°C draußen und 31° drinnen. Da nützt Fensteröffnen zum Durchlüften leider wenig. Nur unser kleiner chinesischer Ventilator, den wir uns im heißen Sommer 2003 für unsere Wohnung in Hamburg zugelegt hatten, läuft im Dauerbetrieb und spendet ein wenig Erfrischung (ein Hoch auf die chinesische Industrie).

Denn selbst aus dem Wasserhahn kommt das Wasser inzwischen mit 27-28°C, weil es nicht direkt aus einer Leitung im Boden fließt, sondern aus einem Tank auf dem Dach des Hauses. Das ist hier üblich, weil es keine Druckleitungen gibt (wie z.B. in weiten Teilen der USA auch nicht), der Wasserdruck also – mit Glück – gerade mal ausreicht, um diesen Tank auf dem Dach zu füllen. Viele Häuser haben selbst dafür nochmal einen ebenerdiges oder unterirdisches Reservoir, aus dem dann das Wasser mit Hilfe einer Pumpe auf’s Dach befördert wird. Wirkliche Abkühlung ist so jedenfalls auch mit einer “kalten” Dusche nicht zu erreichen.

Wirklich unangenehm wird’s aber bei Stromausfällen, die im Moment bezirkweise wieder an der Tagesordnung sind. Manche Blocks hier in der Nachbarschaft hatten von gestern mittag bis heute vormittag keinen Strom. Verderbliche Ware im Kühlschrank oder gar Gefrierfach ist dann wahrscheinlich hinüber. Kleine Läden, die Milch oder Joghurt im Angebot haben, kann das in den Ruin treiben – oder Kundschaft kosten, wenn die Ware im Regal bleibt und Kunden nach dem Verzehr eines verdorbenen Produkts krank werden.

Von der Regierung ist inzwischen Warnstufe “Orange” ausgerufen worden, weil bei dieser Hitze die Sterblichkeit um 30-60% ansteige was sich in Buenos Aires in durchschnittlich 45 Toten zusätzlich pro Tag niederschlägt. Mit dem Ausrufen hat sich’s aber, denn das bedeutet nicht, dass noch weitere Maßnahmen ergriffen würden. Es soll bloß der Bevölkerung verdeutlichen, dass sie mehr auf ausreichendes Trinken, wenig körperliche Aktivität und leichtes Essen achten soll, um Hitzschlägen vorzubeugen.

Abkühlung ist vorerst nicht in Sicht. Zwar soll es am Sonntag regnen, aber die Temperatur geht nur auf rund 30°C zurück. Mit der Zunahme an Luftfeuchtigkeit dürfte sich das über die “gefühlte” Temperatur dann wieder auf ähnliche Höhen schrauben wie schon in den letzten Tagen.

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Steuern und Abgaben

Januar 28, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Jedes Land hat ja so seine eigenen Methoden, sich Geld für die Regierungsgeschäfte zu besorgen. Die Liechtensteiner besorgen sich’s, indem sie reiche Ausländer irgendwelche Schwarzgeldkonten anlegen lassen, aber in den meisten anderen Ländern sind Steuern und Abgaben der Treibstoff für das Funktionieren des Staates. Die zahlen bloß die wenigsten Leute gerne. Genau wie in Deutschland gibt es hier in Argentinien einen Volkssport, das Finanzamt zu bescheißen.

Die Inhaber von manchen Geschäften beispielsweise nehmen merkwürdigerweise den ganzen Tag lang nichts ein, obwohl ständig Leute rein- und rausgehen. Und wo nichts eingenommen wird, muss man ja auch keine Steuern zahlen. Natürlich nehmen sie nicht wirklich nichts ein, aber wenn man die elektronische Registrierkasse nicht benutzt und keine Tickets ausstellt, die Spuren hinterlassen, dann hat der Fiskus eben Pech gehabt.

Für Selbstständige wie Cecilia und mich gibt’s einen Sonderfall beim Einkommensteuerzahlen: Wir sind “Monotributistas”. Wir entrichten eine Steuer, in der auch Rentenversicherung und Krankenversicherung enthalten sind. Da die beiden Versicherungen nix taugen, haben wir das zusätzlich nochmal privat, aber grundsätzlich haben wir immerhin eine Grundabsicherung (auf Sozialhilfe-Niveau) durch den “Einmal-Tribut”. Für Monotributistas gab es bis Ende letzten Jahres fünf  Kategorien, die sich am Jahreseinkommen bemessen – und die seit ungefähr 1997 nicht mehr angepasst worden waren.

Eben weil sie so lange nicht angepasst worden waren, müssen jetzt viele Bürger Steuern nachzahlen. Manche müssen in eine komplett andere Steuerkategorie (sich also rückwirkend für einige Monate ummelden) und müssen entsprechend auf ihre Einnahmen in den letzten Monaten des Jahres 2009 Mehrwertsteuer zahlen (immerhin 21%!).

Inzwischen ist die Anpassung der Kategorien erfolgt, wenn auch mit dem Ergebnis, dass sich die monatliche Steuerlast für die meisten Monotributistas verdoppelt. Das ist zwar verständlich – 1997 war immerhin noch die 1:1 Bindung an den Dollar in Kraft – aber natürlich trotzdem ärgerlich.

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Sommertheater

Januar 23, 2010 · 2 Kommentare

In Argentinien ist Sommer. Und es ist richtig heiß. Nicht nur meteorologisch, das auch. Aber das eigentliche Sommertheater spielt sich auf politischer Bühne ab. Wenn ich mich bei den antiken Dramen besser auskennen würde, könnte ich auch sagen, ob das ein Klassiker ist, der hier gerade gegeben wird.

Zur Vorgeschichte: Am 14.12.2009 kündigte Wirtschaftsminister Amado Boudou (ja, der heißt wirklich so) an, die Regierung beabsichtige zur 200-Jahr-Feier einen Sonderfonds aus Reserven der Banco Central zu bilden, der zur Tilgung von 6,5 Mrd. Dollar Auslandsschulden beim wichtigen Club von Paris eingesetzt werden solle. Die Regierung verspricht sich von einem Ausgleich mit dem Pariser Club Zugang zu besseren Kreditbedingungen. Die Präsidentin verfügte das ganze nur Stunden später per “Decreto de Necesidad y Urgencia” (DNU), einem Instrument, mit dem der Exekutive quasi ein legislativer Status zukommt. Nestor Kirchner hat fast nur mit DNU regiert, alle sechs Tage seiner Präsidentschaft eins. Über die Frage, ob ein DNU tatsächlich Rechtsstatus hat, wird hier gerade erbittert gestritten, darüber maße ich mir kein Urteil an. Der Kongress, durch den das eigentlich müsste, war aber praktischerweise schon fast in der Sommerpause, konnte das Thema also gar nicht mehr behandeln.

Zunächst blieb es ziemlich ruhig. Erst nach Weihnachten schlugen die Wellen allmählich höher: Die Opposition sprach sich gegen diese Verwendung von Geldern der Zentralbank aus, die ja eigentlich dazu da seien, das in Umlauf befindliche Geld zu decken. Auch der Zentralbankchef, Martín Redrado, von der Präsidentin bzw. ihrem Ehemann ins Amt gesetzt und sonst ein Anhänger deren Politik, zeigte sich uneinsichtig und wollte kein Geld für diesen Sonderfonds bereitstellen. Am 7. Januar unterzeichnete die Präsidentin daher ein weiteres DNU, mit dem sie den Rauswurf von Redrado verfügte.

Redrado weigerte sich jedoch, zu gehen und wird natürlich von der Opposition gestützt. Laut Statuten der Zentralbank kann der Präsident der Institution nur seines Amtes enthoben werden, wenn er sich eines Vergehens oder Verstoßes gegen seine Amtspflichten schuldig gemacht hat (mit letzterem argumentiert die Regierung, weil er schließlich deren Wünschen nicht nachgekommen sei). Außerdem braucht der Staatspräsident für die Entlassung ein beratendes Votum eines Kongressausschusses – das Königin Cristina aber nicht hat, weil ja der Kongress in der Sommerpause ist.

Während die Regierung auf dem Standpunkt steht, dieses Votum sei optional, weil es ja nur beratenden Charakter habe, möchte die Opposition natürlich alles streng nach Vorschrift – wohl wissend, dass sie im Kongress seit Dezember ja die Mehrheit stellt und ein Votum für die Entlassung kaum wahrscheinlich ist. Der Kongress kann sich aber nur zusammenfinden, wenn sowohl der Präsident des Abgeordnetenhauses (Eduardo Fellner, Kirchnerista) und der des Senats (Julio Cobos, Vizepräsident und heimlicher Oppositionsführer) die jeweiligen Kammern einberufen. Cobos hat das für den 3.Februar getan, offiziell um das Dekret zur Einrichtung des 200-Jahr-Fonds zu beraten, Fellner natürlich bislang nicht.

Zwischenzeitlich wurden auch diverse Gerichte bemüht, die jeweils eine oder andere Position durch die Rechtsprechung zu stärken. Bislang hat die Seite der Präsidentin dabei immer den Kürzeren gezogen. Nicht geholfen haben dürften dabei die nachgerade Verfolgung einer obersten Richterin am Wochenende, weil die Präsidentin nicht – wie andere auch – warten konnte, bis die Richterin wieder am Gericht war.

Momentan hat sich das zwischen den verschiedenen Parteien derart hochgeschaukelt, dass Königin Cristina dem (abgesetzten) Zentralbankchef verboten hat, in die Zentralbank zu kommen, um dort seine Amtsgeschäfte zu führen (die ja ihrer Auffassung nach nicht mehr seine sind). Notfalls soll er mit Polizeigewalt am Betreten des Gebäudes gehindert werden.

Politische Analysten sind sich weitgehend einig, dass die argentinische Staatskasse im Grunde in der Lage wäre, die Schulden von 6,5 Mrd. Dollar auch ohne Zentralbankgeld zu begleichen. Das würde aber die Handlungsmöglichkeiten für soziale Wohltaten im Vorwahljahr stark einschränken. Damit werden hier traditionell die Stimmen der Habenichtse “gekauft”. Die Regierungen des präsidentiellen Ehepaars schmeißen seit Jahren mit Geld für Sozialprogramme um sich, für die es allerdings komischerweise nie einen Rechtsanspruch zu geben scheint – immer ist noch jemand da, der Einfluss nehmen kann, wer für die Hilfszuwendungen in Frage kommt und wer nicht. Klientelpolitik kann nur in Deutschland noch schöner sein (Millionenspenden aus dem Hotelgewerbe an FDP und CSU, die prompt die Verringerung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen durchsetzen – toll!).

Gefreut haben dürften sich über die hiesigen Entwicklungen bislang allenfalls amerikanische “Geierfonds”, die nach der Zahlungsunfähigkeit Argentiniens 2002 Schuldtitel billig aufgekauft haben und vor amerikanischen Gerichten eine vollständige Bezahlung der Schulden durchzusetzen versuchen. Bislang war das Zentralbankgeld in den USA sicher, weil es hieß, die Zentralbank agiere schließlich unabhängig von der Regierung. Das hat sich nun geändert. Der New Yorker Richter Thomas Griesa sah es als erwiesen an, dass die Regierung mit dem Zentralbankgeld wie mit ihrem eigenen umspringt und fror ein Zentralbankkonto ein. Allerdings waren da nur 1,7 Mio. Dollar drauf, die er außerdem drei Tage später wieder freigab, nachdem die Zentralbankanwälte dargelegt hatten, dass die Regierung zwar gerne zugreifen würde, dies aber nicht dürfe, weil die Zentralbank eben unabhängig arbeite.

Wenn sich Königin Cristina allerdings durchsetzt, könnte es sein, dass sich Judge Griesa die Sache nochmal überlegt…

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Steffens entdeckt… endlich

November 14, 2009 · 9 Kommentare

kondor_03

Schnappschuss mit 3 Kondoren. Da ist nix gephotoshopped!

Ab Montag, 16.11. (20:15 Uhr, Arte), ist es endlich soweit: “Steffens entdeckt” wird gesendet. Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen schon, dass es sich dabei um die Sendung handelt, für die ich letztes Jahr mit einem Drehteam in Patagonien war. Moderator Dirk Steffens entdeckt dabei einige Naturwunder der Erde. Allerdings handelt es sich bei dem Programm ja um eine kleine Serie, die insgesamt 10 Folgen hat, die sicher alle sehenswert sind. “Unsere” Folge aus Patagonien ist nicht am Anfang dran, sondern ganz am Ende, als krönender Abschluss.

Sprung aus dem Teich

Solche Sprünge sahen wir mehrfach. Angeblich werden die Wale auf diese Weise Parasiten und abgestorbene Hautreste los, kratzen können sie sich ja nicht.

Deshalb hier für alle Interessierten: “Steffens entdeckt… Patagonien” läuft am Freitag, 27.11. um 20:15 Uhr bei Arte. Und am darauffolgenden Freitag nochmal im Nachmittagsprogramm. Hab’s selbst noch nicht gesehen und bin gespannt, was für Bilder dabei rausgekommen sind. Vielleicht haben die hier angebotenen ja ein bißchen Lust gemacht.

Ach, und eh ich das vergesse: vor wenigen Tagen hab ich erfahren, dass es bei dem Kondorprojekt, das wir besucht und gefilmt haben, den ersten Nachwuchserfolg gibt. Zwei vor sechs Jahren ausgewilderte Kondore bebrüten derzeit ihr erstes Ei. Das kommt für den Film leider zu spät, aber so wisst ihr’s eben von hier.

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Auslandspost

November 4, 2009 · 3 Kommentare

Ich hab vor kurzem was online bestellt bei einem großen Versandhändler aus Seattle, Washington. Der deutschen Filiale um genau zu sein. War billiger, als das gleiche Produkt hier in Argentinien zu kaufen. Erheblich billiger. Und dieser Versandhändler hat – entgegen vielen anderen Online-Händlern in Deutschland – kein Problem damit, auch entlegene Weltregionen mit seinen Produkten zu bedienen.

Ich war also in freudiger Erwartung, als ich im Briefkasten einen Zettel zur Abholung fand. Dachte schon, is ja prima, nicht mal Einfuhrzoll muss man zahlen. Nur zur Post zum Abholen muss ich noch. Denkste. Denn bei der Post gab es nicht etwa das Päckchen, das ich erwartet hatte, sondern nur einen weiteren Abholschein für das Hauptpostamt im Zentrum, Ecke Avenida Antartida Argentina und Letonia.

Heute sind wir also dorthin gegurkt, was bei den derzeit täglich stattfindenden Straßensperren durch irgendwelche Protestler wahrlich keine Freude ist. Ständig wird man mit 20 fahnenschwenkenden Idioten konfrontiert, die wegen irgendwelcher Ungerechtigkeiten der Welt komplette Straßenzüge und selbst Autobahnen sperren. Bevorzugt solche, die besonders befahren sind, logisch.

Schild beim Hauptpostamt für Auslandspost

Schild beim Hauptpostamt für Auslandspost

Wider Erwarten haben wir es aber ohne größere Schwierigkeiten bis zum Hauptpostamt geschafft und dort sogar einen Parkplatz ergattert. Drinnen angekommen begrüßte uns aber zunächst mal ein Schild (s.o.), auf dem der weitere Vorgang beschrieben stand:

  1. Nummer ziehen und warten.
  2. Am Schalter der Post den Abholschein und den Personalausweis vorzeigen, eine “Lagergebühr” von 2 Pesos pro Tag seit dem vierten Tag nach der ersten Benachrichtigung (ich weiß, muss man mehrmals lesen) entrichten.
  3. Mit einem neuen Zettel in den Zollbereich weitergehen. Dort wird die Sendung geöffnet und die Einfuhrpolice ausgestellt.
  4. Nach Überprüfung der Sendung weiter zur Filiale der Banco de la Nación zur Entrichtung der fälligen Einfuhrzölle und sonstiger Gebühren.
  5. Mit dem Beleg über die Zahlung der Gebühren zurück zum Sektor der Auslieferung der Ware.

Macht erstmal Angst. Noch mehr Angst, wenn man ankommt, der Zähler bei der ersten Stelle 31 zeigt und man die Nummer 67 zieht. Wir hatten also gute 30 Nummern vor uns und zu Anfang ging es kaum vorwärts. Irgendwann schienen dann aber irgendwelche Kollegen aus dem Mittagsschlaf erwacht zu sein, jedenfalls waren plötzlich alle drei Schalter besetzt und in “nur” einer dreiviertel Stunde hatten wir Punkt 2 abgehakt. Super, dachte ich, fehlen nur noch drei; bis Feierabend sind wir fertig.

Abholzettel für den Zoll

Abholzettel für den Zoll

Weiter zur nächsten Haltestelle. Wieder eine Halle, wieder Warten. Wieder mit einer Nummer, allerdings diesmal sechsstellig (s.Bild). In unregelmäßigen Abständen sprach Gott aus unsichtbaren Lautsprechern zu uns und nannte uns in rasender Folge sechsstellige Nummern, woraufhin einige der Wartenden aufsprangen und durch eine Drehschranke und eine Tür verschwanden.

Nachdem der dritte Schwung von Leuten hinter dieser Tür verschwunden war und keiner wieder auftauchte, begann ich schon, mir Sorgen zu machen. Nach erstaunlich kurzem Warten von vielleicht 20 Minuten kam aber schon das erlösende “Quinientoscincuentaynuevemilquinientosveintidos” und wir traten erwartungsvoll durch Drehtür und Tür. Nur um uns vor einer weiteren Tür zu finden. Mangels Alternativen gingen wir also auch durch diese und fanden uns in einem langen Gang mit Tresen an der gegenüberliegenden Seite. Dort stand Gott mit seinem Mikrofon und las weitere Nummern vor.

Ohne das von mir erwartete Brimborium händigte er mir mein Päckchen aus und wies mich zum Ende des Ganges. Dort war der Ausgang. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Tatsächlich kein Einfuhrzoll! Aber ganz ohne Formalitäten wollten sie mich dann doch nicht gehen lassen. Am Ausgang hielt mir eine freundliche Dame noch einen Zettel hin, auf dem ich den Empfang meines Päckchens nochmals durch Unterschrift bestätigen musste. Aber dann waren wir tatsächlich schon nach knapp über einer Stunde wieder draußen.

Auf dem Rückweg wären wir dann beinahe doch noch in eine Straßensperre geraten, aber zum Glück waren wir durch freundliche Mitmenschen schon gewarnt worden. So hatten wir auf der anderen Ausfallstraße nur erheblichen Verkehr im Stop-and-Go, was aber immer noch besser ist als gar nicht vorwärts zu kommen oder sich inmitten einer Horde knüppelschwingender Großstadtguerilleros wiederzufinden, die aus Frust oder Lust an der Gewalt auf dein Auto eintrommeln.

Jetzt, am Ende des Tages, hätte ich da nur noch eine Frage: Wenn’s bloß drum ging von mir eine Unterschrift zu bekommen, hättet ihr dafür nicht einen Postboten vorbeischicken können?

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Bundestagswahl aus dem Ausland

September 28, 2009 · 1 Kommentar

Angeblich kann man als Deutscher im Ausland ja an den Bundestagswahlen teilnehmen. Dazu muss man sich in der Gemeinde, in der man vor seinem Fortzug gelebt hat, als Auslandsdeutscher registrieren. Dazu gibt’s ein Formular, das ich schon vor mehreren Wochen abgeschickt habe.

Allerdings hab ich das – mangels anderer Informationen auf der Website des Bundeswahlleiters zum damaligen Zeitpunkt – an den Senat der Hansestadt Hamburg geschickt, wie das in der Gemeindesuche angegeben ist. Heute sehe ich, dass nach der normalen Gemeindesuche für die Städte Berlin und Hamburg noch zwei Extra-Links angelegt worden sind, die direkt die Anschriften der Wahlkreisbüros enthalten. Danke, das wäre schon vor Wochen sehr hilfreich gewesen.

Denn der Hamburger Senat hat’s offenbar nicht geschafft, meinen Antrag mal eben ans Wahlkreisbüro 21 (Eimsbüttel) weiterzuleiten. Oder die haben es nicht geschafft, mir meinen Wahlschein zuzuschicken. Wie auch immer: Ich hätte gerne mitgewählt und durfte nicht. Und dann wundern die sich über niedrige Wahlbeteiligungen. Grrr.

Mich würde ja interessieren, ob das noch anderen so gegangen ist.

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2 Jahre BA

September 16, 2009 · 1 Kommentar

Wir sind inzwischen fast auf den Tag genau 2 Jahre hier in BA. Für eine Bilanz braucht man ja eigentlich nur ein Wirtschaftsjahr, ich bin aber auch nach zwei noch nicht in der Lage wirklich Bilanz zu ziehen. Es gibt immer noch Dinge, die mich überraschen, aber es werden weniger. Trotzdem hier mal ein Kurz-Überblick über die bisherigen Erfahrungen.

Zuerst mal: Wir haben nach viel längerer Suche, als eigentlich beabsichtigt einen komfortablen eigenen Wohnsitz gefunden, was für Menschen, die wie wir von zuhause arbeiten, sehr viel wert ist. Glücklicherweise müssen wir uns nicht täglich in den Strom von Menschen einreihen, die in die Innenstadt und wieder zurück pendeln. Dann wäre der Wohnsitz hier in Lomas de Zamora unglücklich gewählt, denn die Teilnahme am Verkehr in dieser Riesenstadt ist eine wahre Herausforderung (siehe die Abenteuer Bus- und S-Bahnfahrt). Über die Herausforderungen Bürokratie und Bankwesen hab ich an anderer Stelle ja auch schon berichtet.

Hauptsache gesund

Die Krankenversorgung hingegen ist sehr gut – wenn man sie bezahlen kann – und viel Zeit hat. In den seltensten Fällen hat nämlich ein Orthopäde ein Röntgengerät in seiner Praxis sondern schickt einen zu einer Röntgenpraxis (wo man auch erstmal einen Termin vereinbaren muss und, wenn man Pech hat, später nochmal hin muss, um den Befund abzuholen). Zur Blutuntersuchung muss man persönlich ins Labor – und hinterher die Ergebnisse wieder abholen. Postversand? Unbekannt.

Wer nicht zahlen kann (und viele Argentinier haben keine Krankenversicherung) erhält dennoch eine Grundversorgung über die staatlichen Krankenhäuser und Polikliniken. Das System haben Weltbank und IWF zum Glück in den ‘90ern nicht kaputtgekriegt, auch wenn sie’s versucht haben. Die Versorgung ist in Einzelfällen offenbar sogar umfassender als die, die man als Kassenpatient in Deutschland erwarten darf (siehe TV-Reportage Kasse gegen Privat). Eine PET-Untersuchung kriegt hier auch ein Krebspatient, der nicht versichert ist – wenn auch erst nach entsprechender Wartezeit.

Ja, diese öffentlichen Kliniken sind überlaufen, unterfinanziert und schlecht ausgestattet – aber man findet dort ungeheuer erfahrene Ärzte, von denen jeder täglich zig Patienten behandelt. In Privatkliniken, die das System abrunden, sind die Ärzte vielleicht theoretisch besser ausgebildet und haben mehr Ressourcen hinsichtlich Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. An Praxiserfahrung können sich die meisten allerdings kaum mit denen im öffentlichen System messen.

Klassengesellschaft

In dieser Hinsicht ist Argentinien also eine Klassengesellschaft und in vielerlei anderer Hinsicht auch. Es gibt genaue Abstufungen in der Hierarchie der Kasten und es dürfte eher selten vorkommen, dass jemand die Kaste wechselt. Das ist vielleicht für mich am schwierigsten zu akzeptieren, weil das in Deutschland ja noch nicht ganz so extrem ist. Aber Klassenmedizin (siehe nochmal der TV-Beitrag “Kasse gegen Privat”) und -bildung gibt’s ja auch da schon.

Mit dieser Klassengesellschaft hängt leider auch ein gravierender Nachteil des Lebens in dieser Stadt zusammen: die große Unsicherheit. Die Kriminalität wird von vielen Menschen als das Hauptproblem benannt, dem sich die Politik annehmen müsste.

Kann sein, dass das durch die Medien noch aufgebauscht wird, weil viele Sendungen gerade der 24-Stunden-Nachrichtensender aus kaum etwas anderem bestehen als der Berichterstattung über Unfälle, Raubzüge, Unglücke und Morde (neben Fußball natürlich). Gerade der Konsum von sehr zerstörerischen Billigdrogen wie “Paco” oder neuerdings “Aceto” in den Armenvierteln führt aber für viele Jugendliche in die Beschaffungskriminalität. Verbunden mit der durch die Drogen abnehmenden Fähigkeit zu Mitleid oder Empathie verlaufen viele dieser Delikte extrem gewalttätig.

Wir persönlich sind zum Glück bislang ohne eigene Erfahrungen in dieser Hinsicht, fanden uns aber vor kurzem mitten am Tag in einer Polizeiaktion wieder. Bei unseren Nachbarn hatten drei Jungs versucht das Auto zu stehlen, als eine der Töchter es gerade in die Einfahrt fuhr. Lief glücklicherweise alles glimpflich ab. Die Täter wurden allerdings nicht gefasst. Der Blick die Straße rauf und runter ist uns seitdem zur Gewohnheit geworden, bevor wir die Haustüre aufschließen.

Überraschungen

Erstaunlich finde ich dagegen immer wieder den Erfindungs- und Einfallsreichtum der Argentinier und was für merkwürdige Geschäftsmodelle hier zu funktionieren scheinen. Ein Laden für alle Arten von Fernbedienungen (und sonst nix!) zum Beispiel, der seit Jahren existiert. Oder der Mann, der ebenfalls seit Jahren tagein, tagaus mit seinem Fahrrad durch unser Viertel fährt, auf seiner Trillerpfeife bläst und mit rauchiger, verbrauchter Stimme “HAY CHURROS” brüllt. Ich hab noch nie jemand was bei ihm kaufen sehen (und den leisen Verdacht, dass der noch was anderes im Angebot hat als Churros).

Kleine Tante-Emma-Läden bieten hier alle zwei Straßen den großen Hypermarktketten Walmart, Carrefour, COTO und Co. erfolgreich Paroli und ersparen es einem, wegen einem Liter Milch oder ein paar Eiern durch einen riesigen Supermarkt zu hecheln. Und die Bedienung dort kennt ihre Kundschaft zum Teil seit Jahrzehnten, entsprechend herzlich ist das Verhältnis. Anschreiben, wenn man gerade kein Geld dabei hat, ist kein Problem.

Überraschend finde ich auch immer noch einige Verzerrungen bei Preisen für Grundbedürfnisartikel. Zum Beispiel wenn ich auf dem Kassenzettel im Supermarkt sehe, dass die Packung mit acht Rollen Klopapier das Teuerste ist, was ich eingekauft habe (und es nicht das super-luxusweiche-4lagige!). Oder ich für ein Kilo Eiscreme bis zu 50 Pesos hinlegen muss. Während andererseits Dinge wie zwei Kilo Saftorangen nur sechs Pesos kosten und 30 Eier gerade mal zehn. Ich weiß, in Deutschland hab ich auch selten mehr als 10 Eier auf einmal gekauft, aber hier kaufen wir in letzter Zeit regelmäßig die 30-Eier-Paletten – und verbrauchen sie auch. Und meinem Cholesterinspiegel geht’s gut, danke der Nachfrage.

Man lernt nie aus

Gestern habe ich gelernt, dass man Plastikdübel (heißen hier übrigens einfach “Fischer”) in Wänden auch durch einen Zahnstocher oder ein anderes dünnes Holzstück ersetzen kann. Sowas kennt ein Erste-Welt-Kind wie ich ja nicht. Ich würde das nicht uneingeschränkt empfehlen, aber es scheint bei geringer Belastung zu funktionieren. Und mein Schwiegervater repariert nahezu alles mit einem Zwei-Komponenten-Klebstoff, der so ähnlich formbar ist wie Knete, aber nach dem Trocknen so fest wird wie Metall. Sieht nicht schön aus, hält aber. Meistens. :-)

So hält Argentinien auch nach zwei Jahren noch mancherlei Überraschung bereit und das wird so schnell glaube ich auch nicht aufhören. Wir haben seit kurzem auch einen mobilen Untersatz und werden sicher demnächst mal die nähere und fernere Umgebung der Hauptstadt erkunden. Da gibt’s noch viel zu entdecken. So long!

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Wetterumschwung

August 14, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Ich weiß, ich weiß. Wochenlang schreibe ich hier gar nichts und dann geht’s ums Wetter. Es ist nicht so, dass ich keine Themen mehr hätte. Mir fehlt die Zeit, all das aufzuschreiben, was ich gerne möchte, und manches ist dann schon überholt. Sorry.

Zum Thema: Winter in Buenos Aires ist nicht wie Winter in Deutschland. Nachts wird’s manchmal empfindlich kalt (auch Minustemperaturen sind in den Außenbezirken schon mal drin), aber tagsüber steigen die Temperaturen dann doch meist auf 10° oder mehr, vor allem, wenn die Sonne scheint. Abgesehen davon ist der Winter auch ziemlich kurz. Dieses Jahr war der Juli ziemlich kalt (im Vergleich zum letzten). Heute hatten wir dafür schon wieder 29°C, morgen sollen’s nochmal 27° werden!

Wie gesagt, tagsüber. Denn meist stürzen die Temperaturen mit dem Sonnenuntergang ziemlich steil ab. 10° Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht sind kein Sonderfall. Was uns aber an diesem Wochenende laut Wettervorhersage bevorsteht ist schon heftig:

Temperatursturz: von 27° auf 11° in 24 Stunden.

Temperatursturz: von 27° auf 11° in 24 Stunden.

Von einer Höchsttemperatur von 27° morgen (Samstag) rutschen wir ab auf eine Höchsttemperatur von nur noch 11° am Sonntag. Selbst die Tiefsttemperatur morgen liegt noch 10° über der Höchsttemperatur am folgenden Tag. Wird offenbar auch wieder ordentlich gewittern und schütten wie aus Eimern.

Zu erklären ist das nur mit der Tatsache, dass sich der Wind dreht:

Der Wind dreht: von Nord nach Süd

Der Wind dreht: von Nord nach Süd

Toll für meine Erkältung. Die wird sich richtig gut erholen. Schönes Wochenende!

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